Manuel Fischer-Dieskau, Schirmherr

Porträt MFD

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wasser, Flüsse, Ströme haben seit jeher die Menschheit inspiriert. So auch der Rhein, dessen Einfluss auf die Künste, die Dichtkunst ebenso wie die Malerei und die Musik, von unschätzbar großem Wert war und bis heute ist. Namen wie Clemens Brentano, Heinrich Heine oder Robert Schumann sind untrennbar mit dem Rhein und seinen sagenumwobenen Landschaften verwoben.

Doch genau dort, wo einst Heinrich Heine die „schönste Jungfrau“ in seinem berühmten Gedicht beschrieb, die „dort sitzet, dort oben wunderbar, ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar“, in der Gegend des Loreley-Felsens also, die Jahrhunderte lang die Künstler und Kunstliebhaber fasziniert und magnetisch angezogen hatte, war es seit einiger Zeit kulturell sehr still geworden. Bis auf die sensationslustigen Touristen aus aller Welt, die ebenso eilig kommen, wie sie auch wieder gehen, waren die Anwohner mehr oder weniger sich selbst überlassen.

Bis sich im Jahr 2014 Falko Hönisch und Dr. Emilio Pons in Sichtweite des Loreley-Felsens, gegenüber der Burg Katz, in Sankt Goar niedergelassen haben und mit ihnen und der von den beiden Sängern gegründeten Einrichtung Sank Goar International Music Festival and Academy die Kunst in ihrer edlen Form – der Musik – in das UNESCO-Weltkulturerbe, das wunderschöne Obere Mittelrheintal erneut Einzug gehalten hat.

Öffentliche Meisterklassen, Kammermusik- und Orchesterkonzerte, Liederabende, Lesungen, Open-Air-Veranstaltungen! Die Liste der kulturellen Aktivitäten, die sich nun wieder in der gesamten Region miterleben und genießen lassen, ist lang und wird mit jedem Monat länger.

Als Schirmherr dieser neuen Institution werde ich fortan mit großem Interesse aktiv die weitere Entwicklung der Konzerte und Kurse begleiten. Es ist eine Freude, diese inspirierende und durch viel Energie und Leidenschaft geprägte kulturelle Neubelebung der Region mitzuerleben.

Mit den Worten Franz von Schobers möchte ich den beiden Initiatoren für ihre Bemühungen um das lokale Kulturleben danken und wünsche ihnen stets die nötige Unterstützung und den unerlässlichen Idealismus für eine erfolgreiche Zukunft der Akademie und des Festivals.

“Du holde Kunst, in wieviel grauen Stunden,
Wo mich des Lebens wilder Kreis umstrickt,
Hast du mein Herz zu warmer Lieb entzunden,
Hast mich in eine bessre Welt entrückt!

Oft hat ein Seufzer, deiner Harf’ entflossen,
Ein süßer, heiliger Akkord von dir
Den Himmel bess´rer Zeiten mir erschlossen,
Du holde Kunst, ich danke dir dafür!”

Unterschrift MFD

Manuel Fischer-Dieskau
Professor für Violoncello und Kammermusik an der Hochschule für Musik der Johannes Gutenberg Universität in Mainz