ART SONG and ART SONG CREATION – Michael Gees and Dagmar Boecker (Cologne University of Music) 18.-22.10.2017

“Throughout the evening Gees played as if he had composed the pieces himself and was therefore extremely vigilant to make sure the performance was carried out according to his inner ear. His eyes were not those of an artist intent on reproduction, but  shone rather a lambent look of passion, just as one might imagine the composer as the creator.“
N. Campogrande

Michael Gees’ biography certainly justifies the term: exceptional. Few others can claim to have a career already behind them at the tender age of fifteen: Born in 1953 into a world of sound and music, both parents are singers, the piano is his favourite toy at age three. Formal piano lessons follow at age five, and the young musician subsequently goes on to win the Steinway Competition at age eight and receives a scholarship at the Mozarteum in Salzburg.

The child prodigy is hailed as “Westphalian Mozart“, takes up studies at the conservatories in Detmold and Vienna and it seems as if he is fast on his way to become an internationally acclaimed pianist. Were it not for the gifted child’s longing to explore the world of sound on his own terms, to playfully experience his self like the great masters’ music, to invent their music all over again, note for note instead of limiting himself to a technical practice regimen. Michael Gees flees the pressure of a predetermined competitional career at the age of fifteen, leaves school, conservatory and home behind, supports himself through odd jobs, works as archeological assistant and, in the process, for the duration of two full years, becomes a sailor.

Chance leads him back to the Hochschule für Musik und Theater in Hannover, where he resumes his compositional studies and eventually graduates. He now develops first rate pianistic chops on his own, composes a number of works, gains international renown as lied accompanist of extraordinary proportions with Christoph Prégardien and also appears in concerts globally; in Paris, London, New York and Tokio. All the while, he nurses and feeds his preference for combining the performance of music of past masters with living inspiration, thereby creating remarkable performances with his instrument.

In 1989, Gees founds “forum kunstvereint“ in his adopted hometown of Gelsenkirchen; the Consol Theater, also installed by him, opens its doors in 2001 on the confines of the former mining area Consolidation. There, music, dance and theatre projects take shape, where children, youths and adults alike are incited and encouraged to discover and realise their own artistic impulses. A steady number of CDs have been released from 1996 onward on forum kunstvereint, CPO and EMI, showcasing Michael Gees’ range.

Since 2008 Michael Gees is associated to the Netherlands label Challenge Classics. The 2009 release of the Schöne Müllerin with Christoph Prégardien won the MIDEM Classical Award and became Recording of the Year.

Michael Gees works on solo-recitals which enjoy breaking with tradition, on modernized lied-renditions, melodramas and stage music.

Dagmar Boecker ist Sprecherin, Sängerin und Schauspielerin. Sie widmet sich dem Zusammenwirken von Sprache und Musik. Mit besonderer Vorliebe für die Improvisation bewegt sie sich auslotend im Raum zwischen Sprechen und Singen.

In ihrer Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik und Tanz Köln unterrichtet sie seit 2003 Sprecherziehung, Stimmbildung und Textgestaltung für Gesang und Musiktheater. Sie entwickelt die „ElemenTonik- elementare Gestaltungskräfte atem- und organverbunden einsetzen” – ein ganzheitliches interdisziplinäres Konzept zur natürlichen und gesunden Ausbildung von Atem, Stimme, Ton und Bewegung und in der künstlerischen Arbeit.

Als Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin (Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen®) arbeitet sie mit Menschen in den Sparten Gesang, Instrumentalspiel, Schauspiel, Tanz, Chor-/Orchesterleitung, Musikpädagogik und in der Musiker-/Künstlergesundheit.

2016 gründete sie die Echt.Zeit.Spektrale, “Atelier für Atemlehre, Körperwissen & Stimmkunst” in Köln.

Arrival:

Wednesday, October 18, 2017 until 2 pm

Closing concert:

Sunday, October 22nd, 2017 at 11 am

Departure:

Sunday, October 22nd, 2017

„…Spiel ist Spiel. Es verlangt viel Freiheit und Initiative vom Spieler. Das Geschriebene darf nicht ernst genommen werden – das Geschriebene muss todernst genommen werden: was den musikalischen Vorgang, die Qualität der Tongebung und der Stille anlangt. (…) Machen wir von all unseren Kenntnissen und lebendigen Erinnerungen in bezug auf freie Deklamation, Parlando-Rubato der Volksmusik, Gregorianische Musik Gebrauch und all das zunutze, was die improvisatorische Musikpraxis jemals hervorgebracht hat. Und greifen wir getrost hinein – ohne uns vor Irrtümern zu fürchten – mitten ins Schwierigste: schaffen wir aus den langen und kurzen Werten gültige Proportionen, eine Einheit, einen Ablauf – zu unserer eigenen Freude.”
György Kurtág

DER KURS:

Wir beschäftigen uns mit dem Zusammenspiel von Gesungenem und Gesagten. Dabei entdecken wir Wege vom Gedicht zum Gesang und vertonen selber Texte. Die so gewonnene Erzählkraft und ihre Rückwirkung auf Atmung und Stimme sollen den Kursteilnehmern als Werkzeuge dienen, die ihnen dabei helfen, ihr Repertoire zu vertiefen und zu verfeinern. Im Zuge dessen sollen folgende Fähigkeiten erarbeitet werden:

Sie erfassen Text und erschließen Inhalte, eignen sich Bedeutungen an und finden den inneren Anlass, aus dem heraus Rede sich zu Gesang entwickeln will.
Sie verstehen und nutzen Zeilen, Strophenform und Zeichensetzung als Regieanweisung.
Sie untersuchen Sprachlaute auf ihre Atmosphäre stiftende oder Gestaltung leitende Kraft.
Sie entwickeln eine von Inhalt, Aussage und Erzählperspektive geleitete Sprechweise und erleben die solchermaßen geformte Sprechmelodie als Grundlage für die Vertonung.
Sie entdecken musikalische Parameter in der Sprache: Tonbewegung, lange und kurze Werte, Proportionen, Tempo, Pausen, Phrasierung, Atem und Dynamik und nutzen diese zur Musikalisierung eines Gedichtes aus eigener Erfindungskraft.
Sie lesen überlieferte Kompositionen neu und untersuchen diese bewusster auf ähnliche Bewegungsverläufe und Verhältnismäßigkeiten.

DIE WIRKUNG:

Die durch sprecherische Präsenz gestützte Vortragsweise tonisiert auf körpersprachlicher Ebene und fördert so die unwillkürliche Abstimmung im Zusammenwirken von Atem- u. Stimmfunktion, Tongestaltung und artikulatorischem Zugriff. Die erzählerische Mitteilung wird im Gesang als ein aus dem “Geistigen gespeister Stützvorgang” erlebbar. Feinheit der Funktionen und Facetten des Ausdrucks bilden sich kraftvoll und natürlich.

Die sorgfältige Texterforschung beeinflusst das Zusammenwirken von Gesang und Instrumentalspiel im Lied-Duo. Die Partner finden ein gemeinsames Verstehen des Werkes, gewinnen an Gestaltungsbeweglichkeit, hören einander intensiver zu. und dienen so der Idee des „in Musik Gesagten”. Am Ende steht ein lebendiges Lied: die Vortragenden haben sich von Text und Musik “bilden” lassen und sie sich zu eigen gemacht.

DIE IDEE:

Wir wollen SängerInnen und InstrumentalistInnen dazu anstiften, auch kompositorisch aktiv und damit urheberschaftlich wirksam zu werden. Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen gehen wir eigene, ganz persönliche Wege zum Lied. Wir regen an zur Erfindung aus eigener Bewegung und stärken so auch für die Erfüllung überlieferter Musik. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit als Dozenten an der Hochschule für Musik und Tanz in Köln haben wir eine Pädagogik entwickelt, die zum Schöpferischen ausdrücklich ermutigt: jedem Menschen ist die Fähigkeit zur musikalischen Erfindung angeboren und kann mit der eigenen Stimme als primärem Instrument unmittelbar zum Klingen gebracht werden.

Begeisterung und Freude an musikalischer Selbstermächtigung sind uns unverzichtbare Komponenten künstlerischen und pädagogischen Arbeitens. Durch Hinzunahme freier Improvisation und vokaler Echtzeit-Komposition erschließen wir eine Inspirationsquelle für den Unterricht, die als Jungborn der musikalischen Aufführungspraxis lange vergessen war und in unserer Zeit eine Renaissance erlebt. So verdanken etwa Gabriela Montero, Hillary Hahn, Anna Lucia Richter und Julian Prégardien ihre künstlerische Unverwechselbarkeit nicht zuletzt ihrer Liebe zur Musik des Augenblicks, zum Extempore.

Up to five practice rooms with pianos are provided.

For further information, please don’t hesitate to contact us!

The beautiful SG-IMFA villa on the bank of the Rhine river.
The beautiful SGIMFA villa on the bank of the Rhine river.

Students are hosted on a double-room basis in a beautiful, fully remodelled, 1892 villa on the bank of the Rhine river.

A kitchen for self-catering is provided!

For further impressions, please have a look online at our venue.

In order to be accepted, you must meet one of the following criteria:

(a) be recommended by Mr. Gees or Ms. Boecker or

(b) submit an unedited video audition (YouTube link) for review by Mr. Gees or Ms. Boecker.

In addition, you must complete and submit our application form and pay a €40 application fee.

Tuition:

€350,- or
€300,- for students

Housing (mandatory) in a shared double-room, incl. breakfast and usage of the facilities:

€160,-

The application deadline is on September 1st, 2017!